Lena Gottwald holt Weltmeistertitel in Lausanne

Lena Gottwald holt Weltmeistertitel in Lausanne

Lena Gottwald holt Weltmeistertitel in Lausanne

"Besser geht es nicht!", zog Lena Gottwald im Kurzinterview mit der DTU direkt nach ihrem Zieleinlauf in Lausanne ihre Saison-Bilanz. Die 23-jährige gewann in 2:12:44 Stunden das Weltmeisterschaftsrennen über die Kurzdistanz vom 1,5 Kilometern schwimmen, 40 Kilometern Rad fahren und zehn Kilometern laufen. Insgesamt 13 bayerische Altersklassensportler waren über diese Strecke am Start. Bereits am Tag zuvor maßen sich neun Athleten auf der Sprintdistanz (750m Schwimmen, 20km Radfahren, 5km Laufen) mit der Konkurrenz aus aller Welt.

Schon im Vorfeld hatte Lena Gottwald mit dem Podium geliebäugelt. Kein Wunder, in der laufenden Saison räumte sie bereits den Deutschen- und auch den Europameistertitel ihrer Altersklasse auf der Kurzdistanz ab. Dass es dann nicht nur das erhoffte Podium war, sondern ein überragender Sieg, lag an ihrer unüberbotenen Radleistung. Musste die Zirndorferin beim Schwimmen noch die später zweitplatzierte Australierin Grace Hoitink ziehen lassen, machte sie den Rückstand auf der hügeligen Radstrecke mehr als wett. 1:06 Stunden benötigte sie für die zwei Radrunden mit je drei Anstiegen und war damit über dreieinhalb Minuten stärker als die zweitschnellste Radfahrerin. Auch auf der abschließenden Laufstrecke gehörte die Sportlerin vom TSV 1861 Zirndorf zu den Besten und lief so mit einem Vorsprung von 4:35 Minuten als souveräne Weltmeisterin der AK 20-24 über die Ziellinie.

Astrid Zunner vom Tristar Regensburg

Astrid Zunner vom TRISTAR Regensburg auf der Radstrecke in Lausanne; Bild: Jörg Schüler/ DTU

Lena Gottwald gehörte übrigens zu den Jüngsten aus Bayern. Quer durch alle Kategorien, bis hinauf in das Alter von über 70 Jahren, machten sich Sportler auf den Weg in die Schweiz. In der AK 70-75 waren mit Gerd Fischer (TSV 1860 Rosenheim), Rudolf Puhe (SV Wacker Burghausen) und Reinhard Wittke (SV Bayreuth) gleich drei BTV-Athleten bei der WM. Ein ähnliches Bild bot die Startliste der Sprint-Rennens am Samstag. Auch hier waren zahlreiche erfolgreiche Rennen aus bayerischer Sicht zu verzeichnen.

"Da ging richtig die Post ab!"

"Es war meine erste Triathlon WM der Altersklassen. Im Wintertriathlon konnte ich diese Erfahrung bereits im Februar in Asiago machen, und zwei EMs in Portugal und Düsseldorf hatte ich auch schon hinter mir. Das hier war aber ein ganz anderes Kaliber. Der erste Eindruck war die Größe des Events – alles war ausgebucht! Beim Rahmen der  Veranstaltung, wie Check-in, den ganzen Events drumherum, aber auch der Streckenwahl, konnte man den internationalen Charakter der Veranstaltung erkennen.
Vor allem die Starts der Profis waren sehr beeindruckend, da ging richtig die Post ab, insbesondere beim Radeln der Damen auf der Sprintdistanz. Meine Disziplin, der Sprint in der AK 35, war auf Samstag datiert. Ich konnte mir einen Platz am Ende des zweiten Drittels meiner AK und genau bei der Hälfte aller männlichen Teilnehmer sichern. Um einige Erfahrungen reicher, und mit etwas Stolz, hoffe ich, wieder einmal unser Land auf einer internationalen Meisterschaft vertreten zu dürfen!", erzählt Dr. Christian Nickl.

"Man nimmt ganz viel Motivation mit nach Hause."

Sofia Warter-Rubio hatte sich zwar für ihr eigenes Rennen mehr vorgenommen, doch das Erlebnis wiegt auch technische Probleme und Knieschmerzen etwas auf: "Die WM ist immer ein tolles Erlebnis. Man lernt Leute aus der ganzen Welt kennen, auch innerhalb des Wettkampfes versteht man sich, man spricht sich ab in den Radgruppen und feuert sich gegenseitig über alle Nationen hinweg an. Man spürt einfach sehr viel Sportsgeist und Respekt. Highlight ist natürlich immer, dass man bei den Eliterennen zusehen kann. In Lausanne kam man den Sportlern wirklich ganz nah. Die Topleute sind auch extrem offen, Luis, Mola und viele andere, haben sich richtig viel Zeit nach der Siegerehrung für die Fans genommen. Durch diesen großen Sportsgeist und diese herausragenden Triathleten der Elite nimmt man immer ganz viel Motivation für die eigenen sportlichen Ziele mit nach Hause."

Eine Übersicht aller Teilnehmenden und deren Ergebnisse finden sie im Folgenden:

Erfolgreich verliefen auch die Rennen der Junioren und Juniorinnen. Hier finden Sie den Bericht dazu.

Ergebnisse des Sprint-Rennens

Sarah Kirchheim, Rettenberg, AK 20: Platz 25 in 1:15:25
Sofia Warter Rubio, Erlangen, AK 20: Platz 29 in 1:16:08
Julian Müller, Stadtlauringen, AK 20: Platz 12 in 1:03:00
Lisa Heinrichs,
Großrinderfeld, AK 25: Platz 6 in 1:10:52
Christian Nickl, Regensburg, AK 35: Platz 68 in 1:15:11
Bernhard Mahler, Landshut, AK 40: Platz 29 in 1:09:23
Andreas Reinke, Mertingen, AK 40: Platz 53 in 1:12:48
Jürgen Schüppel, Dießen am Ammersee, AK 55: Platz 58 in 1:18:55
Reiner Eichner, Wunsiedel, AK 70: Platz 29 in 1:41:37

Ergebnisse des Kurzdistanz-Rennens

Lena Gottwald, Zirndorf, AK 20: Platz 1 in 2:12:44
Julian Müller, Stadtlauringen, AK 20: Platz 11 in 2:07:34
Lisa Heinrichs,
Großrinderfeld, AK 25: Platz 6 in 2:24:29
Christian Dürr,
Bad Kissingen, AK 35: Platz 13 in 2:12:18
Stefan Laubel, Weißenhorn, AK 35: Platz 36 in 2:19:09
Bernhard Mahler, Landshut, AK 40: Platz 59 in 2:24:48
Astrid Zunner, Velburg, AK 45: Platz 12 in 2:35:46
Juergen Metzner, Olching, AK 50: Platz 27 in 2:27:03
Stephan Pollert, Pressath, AK 55: Platz 40 in 2:37:20
David Dean
, Feldafing, AK 60: Platz 70 in 3:23:09
Gerd Fischer, Feldkirchen-Westerham, AK 70: Platz 9 in 3:01:03
Rudolf Puhe, Burghausen, AK 70: Platz 8 in 3:00:23
Reinhard Wittke, Bindlach, AK 70: Platz 24 in 3:19:07

Die vollständigen Ergebnislisten finden Sie unter https://www.triathlon.org/results/result/2019_itu_world_triathlon_grand_final_lausanne

© Text: Christine Waitz; [31.08.2019] Fotos: Jörg Schüler/DTU; privat

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